1. Herren brennen auf den Ligastart

Die Uhlen können sich durchaus ein leichteres Los vorstellen. Wenn am Wochenende die Feldhockey-Bundesliga startet, dann baut sich in Hamburg vor dem HTC Uhlenhorst gleich die stets ambitionierte hanseatische Prominenz auf.

Der erste Akt beschert den Mülheimern am Samstag den UHC, am Sonntag geht es in der anspruchsvollen Ausrichtung beim Harvestehuder THC direkt weiter. Anderen würde diese Aufgabenstellung kalte Füße bescheren, HTCU-Cheftrainerin Tina Bachmann ist voller Freude, weil es im Spätsommer auf dem Kunstrasen endlich wieder ernst wird: „Wir haben alle richtig Bock darauf, dass es endlich losgeht. Ich finde es richtig gut, dass es nun wieder um etwas geht. Und die anderen kochen auch nur mit Wasser“, sagt die Übungsleiterin nach einer sechswöchigen Vorbereitung nicht ohne Klippen.

Der personelle Engpass hat sich wie ein roter Faden durch die Vorbereitungsphase gezogen. Die Vizeeuropameister Benedikt Fürk und Lukas Windfeder haben aus gegebenem Anlass lange gefehlt, Fürk ist nach seinem Urlaub erst am Dienstag wieder ins Training eingestiegen. Dann hielten sich die U21-Nationalspieler Lennart Küppers, Niklas Bosserhoff, Max Godau, Timm Herzbruch und Ferdinand Weinke bei einer DHB-Maßnahme in England auf. Dazu kamen Krankheiten und Verletzungen. Abwehrspieler Weinke (Muskelfaserriss) und Mittelfeldspieler Jan Nitschke (anhaltende Knieprobleme), unverzichtbare Akteure im Gefüge, werden beim Saisonstart fehlen.

Tina Bachmann ist dennoch nicht bange. „Ja, die Vorbereitung war zerstückelt, es hat gedauert, bis wir in den vielen Trainingsspielen auf Touren gekommen sind, aber jetzt sind wir im Wettkampfmodus. Ich habe ein gutes Gefühl, weil wir uns zusammen etwas erarbeitet haben.“

Personell hat sich beim Rekordmeister auf und neben dem Platz viel getan. Vertraute Gesichter wird man in der Königsklasse fortan nicht mehr sehen. Johannes Schmitz und Jan Fleckhaus haben sich aus Studiengründen in die zweite Mannschaft zurückgezogen, Ole Keusgen zog es in die USA. Zudem ist Max Werner der nächste Spieler, der den Verlockungen von Rot-Weiss Köln nicht widerstehen konnte. Einziger Neuer im Team ist ein alter Bekannter. Julius Meyer ist nach dem einjährigen Gastspiel beim Düsseldorfer HC ins Waldstadion zurückgekehrt.

Unser Team in der Bundesliga 2015/2016

An der Seite von Tina Bachmann, die mit Blick auf ihre aktiven Jahren bei Oranje Zwart Eindhoven eine ausgeprägte niederländische Vergangenheit hat, arbeiten anerkannte Fachleute aus dem Nachbarland. Kai de Jager hat Uli Bergmann als Co-Trainer abgelöst. Er ist zugleich Cheftrainer der Oranje-Zwart-Damen in der Hoofdklasse und hatte dort Bachmann unter seinen Fittichen. Ist de Jager im Nachbarland gefordert, wird er von Jan Gehlen vertreten.

Für weiteren Zuwachs im Trainerstab steht Toon Siepmann, Eckentrainer der niederländischen Nationalmannschaft, der nun diesbezüglich den Uhlen Beine macht. Zu Siepmanns Schützlingen in seinem Heimatland zählen unter anderem die Topschützen Mink van der Weerden und Billy Bakker.

Gerd Böttner, www.derwesten.de

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