Bitteres Halbfinal-Aus – EHL-Qualifikation als Trost

Was für ein bitteres Ende nach einem tollen Spiel: nach einer Hitzeschlacht, in der unser Team alles gegeben hat und ein Sieg absolut verdient gewesen wäre, entschied das Penalty-Schießen zugunsten der Mannheimer.
Nach der Führung durch Luki Windfeder und dem sehr glücklichen Ausgleich der Mannheimer drängten unsere Jungs auf den Sieg – doch der Pfosten war gestern auf Seiten der Mannheimer und verhinderte gleich zwei Mal den Siegtreffer… Und Penalty-Schießen ist dann eine Lotterie, bei der am Ende Mannheim einmal mehr traf…
Die Jungs waren am Boden zerstört – vielleicht ist die Qualifikation für die Euro Hockey League (EHL) in der nächsten Saison ja ein kleiner Trost..
Wir danken dem ganzen Team und Staff für eine hervorragende Saison mit tollen Spielen und wunderbaren Toren!

Freude nach der Führung durch Luki Foto:Mannheimer HC

Untröstlich nach dem Ende.... Foto: Mannheimer HC

Spielbericht auf Hockey.de:

Mülheim dominierte das erste Herren-Halbfinale über weite Strecken, aber hatte Pech

Im ersten Herren-Halbfinale der D&S Final Four hat sich Gastgeber Mannheimer HC glücklich im Penaltyschießen gegen Uhlenhorst Mülheim durchgesetzt. Nachdem Mülheim über weite Phasen das gefährlichere Team war, aber seine Chancen nicht effektiv nutzte, fiel die Entscheidung erst im letzten Pärchen des Penaltyschießens. Dort traf Mannheims Paul Zmyslony, während Lukas Windfeder am MHC-Keeper Lukas Stumpf scheiterte. (Fotos: MHC)

MHC-Trainer Michael McCann: „Wir sind sonst immer sehr stolz auf unseren Spielaufbau, auf unsere Ballkontrolle und das Spiel von einem zum nächsten – da waren wir heute schwach. Man muss sagen, dass wir Glück hatten, ins Penaltyschießen zu kommen. Aber vor drei Jahren haben wir das Spiel dominiert und sind dann unglücklich im Penaltyschießen gegen Köln ausgeschieden. So gleicht sich das aus. Dennoch müssen wir morgen besser spielen im Finale. Nun haben unsere Damen uns die erste Teilnahme eines MHC-Teams in einem deutschen Feld-Finale vor der Nase weggeschnappt. Wir sind quasi das zweite. Insgesamt danken wir unserem Club und dem Organisationsteam aber für diese grandiose Endrunde, die mit dem TV-Livespiel und der Einführung des Videobeweises neue Meilensteine setzt!“

Mülheims Trainer Omar Schlingemann konnte auch eine halbe Stunde nach dem Halbfinale die Niederlage kaum fassen: „Wir haben so dominant gespielt, kaum etwas zugelassen. Ich habe eigentlich nie daran gedacht, dass wir das verlieren könnten. Es war nicht mangelnde Erfahrung der jungen Mannschaft, sondern heute einfach nur Pech! Wir treffen zwei Mal den Pfosten, und im Penaltyschießen verschießen Keegan Perreira und Timm Herzbruch, die beide schon unter weit dramatischeren Umständen international Penaltys verwertet haben. Ich bleibe dabei: Es war Pech! Aber das Team ist noch so jung – das stecken wir weg.“

In der Anfangsphase war es ein ausgeglichenes Match, in dem beide Teams sehr diszipliniert verteidigten. Es gab einige Angriffsversuche beider Teams jeweils über die linken Angriffsseiten, aber Kreisszenen blieben Mangelware. Das änderte sich erst zehn Minuten vor der Pause, als Mülheim die erste Ecke des Spiels erarbeitete. Der Schlenzer ging an einen Unterschenkel eines Rausläufers, so dass Lukas Windfeder eine zweite Chance erhielt.

Und den Ball platzierte Lukas Windfeder so hart auf Lukas Stumpf, dass dieser die Kugel nur noch unter die eigene Latte lenken konnte. Mülheim führte. Kurz darauf ging ein Stecher aus spitzem Winkel knapp über das Mannheimer Tor – das hätte der Ausgleich sein können. Doch auch Mülheim hatte Chancen auf ein weiteres Tor. Timm Herzbruch konnte im Konter gerade noch abgedrängt werden, bevor er zentral zum Torschuss gekommen wäre (29.). Und die Gäste blieben näher am zweiten Tor als der MHC am Ausgleich. Im Konter über rechts wäre eine Minute vor der Pause fast das 2:0 gefallen.

Rhett Halkett sah zu Beginn der zweiten Hälfte Grün, so dass Mannheim zwei Minuten in Unterzahl war. Mülheim versuchte die Überzahl zwar zu nutzen, doch der MHC verteidigte gut. Per Videobeweise holte sich Mülheim in der 45.Minute eine weitere Strafecke. Der Schlenzer ging allerdings knapp links am Tor vorbei. Kurz darauf nahm auch der MHC den Videobeweis wegen zu geringen Abstands der Mülheimer beim Freischlag am Kreis, doch sie bekamen kein Recht und verloren dadurch die Anrufungsmöglichkeit.

Und dann fiel das 1:1 fast aus dem Nichts. Mannheim hatte um den Kreis der Mülheimer herumgespielt. Und als nach Seitenverlagerung der Ball auf Höhe Siebenmeterpunkt nochmal quer gespielt wurde, war es Timm Haase, der den eigentlich in den Rückengespielten Ball artistisch mit einer Hand ins Tor blockte (50.). Das Tor gab den Hausherren Auftrieb. Eine Minute später rettete ein Mülheimer Verteidiger auf der Linie.

Doch Mülheim hielt dagegen, presste eine Viertelstunde vor Schluss den MHC stark hinten rein. Matania traf mit einer Rückhand nur den rechten Pfosten – Glück in der Szene für den MHC. Auch nach einer Auszeit war es Mülheim, das am Drücker war. Stumpf rettete einmal in höchster Not. Und auch in der 63. Minute war Stumpf zur Stelle, als Matania plötzlich frei vor ihm zum Schuss kam. Dann Ecke Nummer 4 für Mülheim: Die wurde auf 90 Grad gespielt und abgeblockt. Doch Uhlenhorst nahm den Videobeweis und erhielt eine weitere Ecke zugesprochen.

Doch die klatschte an den linken Pfosten – zum zweiten Mal Pech für Uhlenhorst. Mülheim blieb drückend überlegen in dieser Phase. Doch immer wieder Stumpf hielt sein Team im Spiel. Und so überstand der MHC die Schlussphase und rettete sich ins Penaltyschießen.

Penaltyschießen:
Jan-Philipp Fischer traf zum 2:1 für Mannheim
Benedikt Fürk hatte Glück, aber machte das 2:2
Jonas Weissner hielt gegen Luca Müller
Thilo Stralkowski machte es ganz souverän und traf zum 2:3
Guido Barreiros ganz abgebrüht zum 3:3
Lukas Stumpf hielt gegen Timm Herzbruch
Tomas Prochazka setzte seinen Ball neben das Tor
Keegan Perreira verschoss aber ebenso
Paul Zmysloni traf stark zum 4:3
Und als Stumpf dann gegen Lukas Windfeder hielt, hatte Mannheim gewonnen

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