A2-Mädchen – Organisationstalente auf dem Weg nach Hamburg

Am 04. November klingelte für die A2-Mmädchen der Wecker zwischen 4:45 h und 05:00 h, um pünktlich um 06:10 h den ICE nach Hamburg zu erwischen.

Dort hatte uns die TG Heimfeld zu einem Hallenvorbreitungsturnier geladen und nun ging die Reise los.9 Mädels und meine Wenigkeit, nahmen ihre reservierten Plätze in Beschlag. Im Zug herrschte eine von Müdigkeit und Morgendämmerung, getränkte Stimmung.
Nach kurzem Erfassen der Situation, machte sich die Betreuerin, die das Gefühl hatte, bei der Anzahl von Pubertieren und „fast“ erwachsenen Menschen, zumindest optisch, überflüssig zu sein, sehr unbeliebt. Doch eine kurze Erklärung, dass es nicht sinnvoll sei, um 06:30 h in einem Großraumabteil die Bluetoothbox aufzudrehen, wurde dann doch verstanden. Hinter den Rückenlehnen wurden sicher einige Augen verdreht und gerollt und ich schmunzelte in mich hinein und dachte… „wenn du jetzt mit deinen Hockeymädels hier sitzen würdest, hätten wir die Mitreisenden schon zu einer Polonaise durch den Zug animiert“. Ein schmaler Gard zwischencooler Mutter und Möchtegernautoritätsperson… Ich entschied mich vorerst fürs „Möchtegern“. Den Sekt, den ich in der Tasche hatte, sollte vorerst zu bleiben, schließlich war es erst 06:30 h!
Ein Zwischenstop und Umstieg in Hannover erweckte ungeahntes Organisationstalent bei meinen Mitreisenden. Hin und wieder viel der Name Starbucks. Irgendwann begriff selbst ich, welchen Plan die Damen hatten. Ich wurde gefragt, ob wir in Hannover zu Starbucks gehen könnten. Leichte Überforderung machte sich meinerseits breit und ich erklärte, dass es mir wichtiger sei einen Anschlusszug nach Hamburg zu erreichen, als bei Starbucks einen veganen Chailatte mit Chichi zuergattern – man muß Prioritäten setzten. Punkt.
Wieder unbeliebt gemacht. Aber Not macht erfinderisch und so konnte ich mithören, wie aus dem Zug bei Starbucks in Hannover angerufen wurde und gefragt wurde, ob es Möglich ist eine Bestellung aufzugeben und diese dann direkt ans Gleis liefern zu lassen! Großartig, weltklasse! dachte ich und hätte den Mädels diesen Erfolg gegönnt. Leider hinkt Starbucks mit einem Lieferservice noch hinterher…
Nach erfolgreichem Umstieg, kamen wir also in Hamburg an, dort wurde noch kurz in die S-Bahn nach Harburg gestiegen und nach kurzer Besprechung ging es dann auch schon um 12:00 h los.
Das erste Spiel gegen Gladbach ging verloren, ein Unentschieden gegen RW Köln und wieder eine Niederlage gegen Bemerode folgten. Spielerisch war an dem Tag nicht viel zu erwarten, da die Mädels bis dahin nur zweimal oder gar nicht in der Halle trainiert hatte. Die Anreise und das frühe Aufstehen verziehen das ebenfalls.
Im Laufe des Spieltages kamen die Gasteltern auf uns zu, um ihre Schützlinge kennenzulernen und zu wissen, welches Gesicht später „eingesammelt“ werden musste. Nach kurzer Fahrt ins Clubhaus und bei deftiger Kartoffelsuppe, konnte man sich besser kennenlernen. Gegen 21 h sollte aber für alle der Weg in die Familien angetreten werden. Müdigkeit machte sich breit.
Am Sonntag ging es dann, Gott sei Dank, nicht so früh, wie am Morgen davor, aus den Familien in die Hockeyhalle. Zwei Spiel standen an, gegen Klipper und den Gastgeber TG Heimfeld. Nachdem sich die Mädels eingeschworen hatten, hier den zweiten Tag besser abzuliefern, konntedann auch ein positives Résumé gezogen werden. Beide Spiele wurden gewonnen. Das Endspiel bestreiteten Gladbach und Bemerode, gegen die wir beide Niederlagen kassiert hatten.
Eine schöne Überraschung gab es noch kurz vor der Abfahrt, die Mädels belegten den dritten Platz und durften einen Pokal und ein gerahmtes Mannschaftsfoto mit auf die Heimreise nehmen.
Hier gilt ein großer Dank an unsere Gastgeber und Gastfamilien – soweit ich es von den Kids mitbekommen habe, sind alle herzlich aufgenommen worden. Ich selbst habe bei einer Gastfamilie übernachten dürfen und habe mich sehr wohl gefühlt.
Ein toll organisiertes Turnier – vielen Dank TGH!

Nun hieß es Rückfahrt, also alles rückwärts. S-Bahn zum Hauptbahnhof und Umstieg in Hannover. Schnell wurde gegoogled, wo am Bahnhof der Starbucks ist und ach ja, Mc Donald’s natürlich. Alles, aber auch wirklich alles wurde „abgearbeitet“, so dass alle Mädels „hipsterlike“ mit einer Happymealtüte in der einen Hand und einem Plastikbecher von Starbucks in der anderen, Hockeytasche auf dem Rücken, mir durch die Menschenmengen folgten. Ein Bild für die Götter – und alle zufrieden!

Nachdem wir nun im IC von Hannover nach Duisburg saßen und dieses die längste Etappe ohne Umstieg und Lieferservicebestellungen aus dem Zug war, kehrte kurzfristig etwas Ruhe ein. Kurzfristig. Denn plötzlich wurde ich ungewollt Zuhörer von „Verkupplungstelefonaten“, die über Telefonlautsprecher mit den Jungs von RW Köln, geführt wurden, welche im Finale standen und von unseren Eulen angefeuert wurden. Will man das hören, ach egal, ich habe da doch noch den Sekt in der Tasche – Prost! Ich überlegte kurz und entschloss mich dann, mich damit zu belohnen und warf meine Vorbildfunktion, kurzfristig über Bord, nochmal Prost, hatte ich mir wirklich verdient und auf die Mädels und auf den drittenPlatz! Prost! Gegen 22:00 h werden wir alle, wohlbehalten und müde, wie zu Beginn, in Duisburg in Empfang genommen.
Ich möchte mich an dieser Stelle für das Vertrauen, welches mir ihr Eltern geschenkt habt, mich allein mit euren Kindern auf die Reise zu schicken, bedanken. Es hat mir wirklich Spaß gemacht und mir gezeigt, wie groß, selbstständig und ideenreich unsere Kinder sind.
Es war mir eine Freude!
Kathrin Uferkamp

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