1. Herren: Bitterer Verlust der Tabellenführung

Nur ein Punkt aus den beiden Topspielen am Wochenende für unsere Herren – nun muss das Team die drei restlichen Spiele gewinnen für die Viertelfinal-Qualifikation! Los geht es bereits am Mittwoch um 20:00 Uhr beim Crefelder HTC (Halle Glockenspitz).

WAZ, Gerd Böttner

HTCU: Bitterer Verlust der Tabellenführung
Frust und Ärger beim HTCU. Kölner schnappen sich im Schlussspurt die Punkte. Mülheimer kommen Samstag gegen den DHC nicht über ein Remis hinaus.

Bittere Niederlage gegen Köln trotz 4 Treffer von Malte Hellwig Foto: Martin Möller

Die hochroten Köpfe von Trainer Johannes Schmitz und dem heftig mit den Schiedsrichtern diskutierenden Kapitän Tobias Matania verwiesen ohne Umschweife auf raumgreifenden Frust und Ärger im Haus HTC Uhlenhorst. In der Schlussphase wurde das Bundesliga-Topspiel am Sonntagnachmittag in der Sporthalle an der Lehnerstraße zwischen Tabellenführer HTCU und Verfolger Rot-Weiss Köln zur Achterbahnfahrt der Gefühle.

7:6 führten die Gastgeber, als Nationalspieler Benedikt Fürk bei seinem diesjährigen (gelungenen) Indoor-Debüt eine höchst umstrittene Gelbe Karte kassierte. In doppelter Überzahl (Trainer André Henning hatte zuvor Torhüter Nicolas Hillmann auf die Bank beordert) erzielte der Kölner Maximilian Siegburg den Ausgleichstreffer. Doch das Unheil schlug noch härter zu, als der Ex-Uhlenhorster Jan Fleckhaus in allerletzter Minute den Siegtreffer für die Farben Rot und Weiß erzielte.

Auslegung der Schiedsrichter gefällt Schmitz nicht

Der Showdown an einem Wochenende, das so gar nicht das der Uhlen war. Mit dem 2:2 am Samstag beim Düsseldorfer HC (der als Tabellendritter am Sonntag beim 4:4-Unentscheiden daheim gegen Neuss Federn ließ) konnten sie noch einigermaßen leben, aber die Niederlage gegen Köln wiegt schwer. Die Tabellenführung ist verspielt, jetzt gilt es mit Blick auf die erhoffte Viertelfinal-Teilnahme die Nerven im Griff zu behalten.

Trainer Johannes Schmitz musste sich nach dem schmerzvollen Finale nicht lange sammeln: „Das fühlt sich heute nach einer sehr guten zweiten Halbzeit von uns bitter an. Die Gelbe Karte für Bene Fürk ist sehr fragwürdig, diese Auslegung der Schiedsrichter gefällt mit gar nicht. Freilich müssen wir auch den Treffer zum 8:5 machen, die Chancen hatten wir ja, das wäre die Entscheidung zu unseren Gunsten gewesen.“ Der Coach weiter: „Wir liegen einen Punkt hinter Köln. Das ist sehr, sehr eng und drei Spiele stehen noch aus. Wir sind angetreten, um nicht abzusteigen, jetzt spielen wir um die Play-offs. Wir werden uns ärgern und dann durchschütteln.“

Schiffer scheitert freistehend vor dem Tor

Ärgern mussten sich die Hausherren in einer spannungsgeladenen und mit Vollgas abgehenden Spitzenpartie lange nicht. Gleich die erste Ecke wurde in Person von Malte Hellwig (mit nun 17 Treffern unangefochtener Torjäger im Westen) flach verwandelt. Bei wiederum der ersten Ecke für Rot-Weiss zeichnete sich der gute Torhüter Felix Damberger aus, der diesmal den Vorzug bekam. Obwohl die Gastgeber ein Chancenplus für sich verbuchten, gingen die Domstädter mit einer knappen 4:3-Führung in die Halbzeitpause.

Die Auswahl des Gespanns Johanns Schmitz und Omar Schlingemann nahm wie beseelt den Spielbetrieb wieder auf. Mit zwei schnellen Treffern (der zum 5:4 bedeutete ganz große Unterhaltung) drehte Hellwig die Partie. Köln glich noch einmal aus, dann zogen die Uhlenhorster auf 7:5 davon. Und was wären gewesen, wenn Jan Schiffer nicht freistehend an Keeper Hillmann gescheitert wäre…

Kölns Trainer André Henning freute sich über die spektakuläre Schlussphase: „Für uns lässt sich die Partie in drei Abschnitte aufteilen: zum einen in eine sehr gute erste Halbzeit mit einer verdienten Pausenführung. Dann in die ersten 15, 20 Minuten der zweiten Halbzeit, wo wir ein paar Mal überrannt werden und Mülheim seine Klasse im Eins-gegen-eins ausspielen kann. Und der dritte Abschnitt, als wir sieben Minuten vor dem Ende den Torwart rausnehmen.“

Weißner hält den HTCU in Düsseldorf im Spiel

„Unser Torwart Jonas Weißner war heute sehr gut und hat uns im Spiel gehalten. Es war von uns kein gutes Spiel, wir können mit dem Punkt zufrieden sein“, meinte Omarv Schlingemann vom Uhlenhorster Trainerduo nach dem Remis in Düsseldorf. Wie bereits im Hinspiel erzielte U21-Nationalspieler Jan Schiffer den späten Ausgleichstreffer. „Wir waren zu langsam, haben falsche Entscheidungen getroffen, sind zu viel mit dem Ball gelaufen und haben nicht schnell kombiniert“, hieß es weiter.

„Defensiv haben wir sehr gut gestanden“, fand DHC-Coach Mirko Stenzel, „damit bin ich auch sehr zufrieden. Aber unsere Chancenverwertung war nicht gut genug!“

Für den HTCU geht es im Endspurt am Mittwoch, 20 Uhr, beim aus dem Tritt gekommenen Crefeld HTC weiter. An diesem Abend geht auch der Blick in Richtung Landeshauptstadt, wo sich der Düsseldorfer HC und Rot-Weiss Köln gegenüberstehen. Am Samstag geht es zu den Kölner Blau-Weißen, am Sonntag kommt Schwarz-Weiß Neuss in die Innogy Sporthalle.

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