Bundesliga: Herren überwintern als Tabellenführer – Damen verlieren in München

Ein bisschen untergegangen ist am Wochenende die Hockey-Bundesliga angesichts der Deutschen Jugend-Meisterschaften, aber unsere Herren haben ihr Zwischenziel erreicht: nach holprigem Saisonstart wurden die letzten 6 Spiele alle gewonnen und mit den beiden Siegen in Hamburg bei UHC und Alster überwintert das Team als Tabellenführer. Die Damen kassierten in München leider eine unnötige 0:1-Niederlage.
Am 4. April geht es weiter mit den entscheidenden Spielen innerhalb der 6er-Gruppenphase. Aber vorher sehen wir uns ab dem 1. Dezember in der Hallen-Bundesliga.

Spielberichte Hockeyliga:

UHC-Herren verschlafen Auftakt und unterliegen Mülheim

Die Herren vom UHC Hamburg haben Uhlenhorst Mülheim am vorletzten Spieltag der Hinrunde nicht stoppen können. Mit 2:4 (2:4) musste sich die Mannschaft von Trainer Benedikt Schmidt-Busse dem Deutschen Meister am Samstag in der hockeyliga vor rund 200 Zuschauern geschlagen geben. Die Gäste führten dabei nach kurz nach Anpfiff des zweiten Viertels bereits mit 4:0. „Das war ein Déjà-vu“, räumte Schmid-Busse mit Blick auf das vergangene Heimspiel gegen den Berliner HC ein, als seine Mannschaft ebenfalls 0:4 in Rückstand lag. „In bestimmten Phasen schenken wir zu einfach Tore weg. Da wird es schwer, das trotz einer guten Offensivleistung wieder einzuholen. Das nervt, da ist die Mannschaft jetzt gefordert, das abzustellen.“

Das 1:0 gegen UHC war bereits der 9. Saisontreffer von Tom Hiebendaal

Tatsächlich waren gerade einmal fünf Minuten vorüber, da führte Mülheim schon mit 2:0. Nach einem Freischlag vollendete Tom Hiebendaal den Angriff zum 1:0 (4.). Quasi die nächste Mülheimer Offensivaktion führte zu einem Siebenmeter, den Timm Herzbruch souverän zum 2:0 verwandelte. Ein weiterer schnell vorgetragener Angriff in der 9. Minute endete mit dem 3:0 durch Malte Hellwig. „Im ersten Viertel waren wir nicht auf dem Platz. Egal, wer da gerade gespielt hat“, ärgerte sich Schmidt-Busse. Uhlenhorst-Mülheim-Trainer Omar Schlingemann wiederum sah ein starkes eigenes Team: „Wir haben ein unfassbar gutes erstes Viertel gespielt.“ Das 4:0 von Mülheim in der ersten Minute des zweiten Viertels durch Herzbruchs zweitem Treffer schließlich ließ schon Schlimmes befürchten für den UHC, der danach aber besser in die Partie kam. „Man braucht einen anderen Energieeinsatz gegen Mülheim“, stellte Schmidt-Busse da fest, während Schlingemann einräumte: „Wir müssen da noch erwachsener werden, wenn es lauter und härter wird und uns nicht beeindrucken lassen.“ So aber kam der UHC in der 22. Minute nach einer Kurzen Ecke durch Peter Kohl zum 1:4-Anschluss. Zwei Minuten vor der Pause verkürzte Maximilian Kloss nach einer gelungen Offensivaktion sogar auf 2:4.

Nach Wiederanpfiff erhöhte der UHC den Druck , ließ aber eine gute Gelegenheit zum 3:4 liegen. Mülheim tat sich in dieser Phase einige Minuten schwer, selber Angriffe zu kreieren. Ähnlich begann auch das Schlussviertel: Wieder hatte der UHC die erste Einschussgelegenheit, ließ diese jedoch erneut liegen. Anschließend konnte Mülheim ein paar gefährliche Angriffe starten: Erst klärte UHC-Torwart Thomas Alexander auf der Linie, nur Augenblicke später rettete Hannes Müller sein Team vor dem fünften Gegentor. Gut vier Minuten vor Ende nahm Schmidt-Busse den Torwart heraus, allerdings wollte ein dritter Treffer trotz Überzahl nicht mehr gelingen. Im Gegenteil, auf der anderen Seite konnte Mülheim seinerseits weitere Möglichkeiten, darunter eine Kurze Ecke, nicht zu einem weiteren Treffer nutzen. Dementsprechend stellte Schlingemann nach dem Abpfiff auch fest: „Wir hätten in der zweiten Hälfte noch mehr Tore schießen müssen.“

UHC Hamburg – Uhlenhorst Mülheim 2:4 (2:4)
Tore:
0:1 Tom Hiebendaal (4.)
0:2 Timm Herzbruch (5., 7m)
0:3 Malte Hellwig (9.)
0:4 Timm Herzbruch (16.)
1:4 Peter Kohl (22., KE)
2:4 Maximilian Kloss (28.)
Mülheim überwintert an der Tabellenspitze

Titelverteidiger Uhlenhorst Mülheim hat auch im letzten Hinrundenspiel beim Club an der Alster seine bestechende Form der letzten Wochen wieder unter Beweis gestellt. Auch von einer frühen Führung der Hamburger ließen sich die Ruhrstädter nicht lange beeindrucken, sondern drehten die Partie noch im ersten Viertel. Das 1:3 von Timm Herzbruch kurz nach der Pause war dann die frühe Vorentscheidung. Mülheim geht damit als Tabellenführer von Staffel A in die Winterpause. Alster bleibt auf Platz vier der Staffel, in der zwischen MHC auf Rang zwei und HTHC auf Rang fünf gerade einmal fünf Punkte liegen.

Alster-Trainer Sebastian Biederlack: „Uns fehlt noch ein wenig die Konstanz in unseren Auftritten. Heute waren unsere Ballbesitzphasen einfach zu kurz – damit bin ich nicht so glücklich. Mülheim hat das schon sehr dominant gemacht. Wir sind zwar immer im Spiel geblieben, aber die Performance insgesamt reichte noch nicht, um mehr dabei herauszuholen.“
Sein Gegenüber Omar Schlingemann: „Das war eine sehr erwachsene Leistung der Jungs, wie sie über Ballbesitzhockey und Tempo das Match entschieden haben. Wir haben die erste Minute klar verschlafen. Und mit dem 0:1 und der lautstarken Kulisse gegen uns waren wir auch kurz verunsichert. Aber dann haben die Jungs das Tempo erhöht und den Ball laufen lassen und damit das Match an sich gerissen. Vor der Pause waren wir sechs Minuten ohne Unterbrechung im Ballbesitz. Und das ist eine hohe Kunst. Alster war nämlich nicht schlecht heute. Jetzt sind wir bis zum Frühjahr Tabellenführer.“

Ein schöner Konter der Alsteraner überrumpelte die Gäste in der Anfangsminute, als Carl Alt diesen auch noch zum 1:0 nach nicht einmal 30 Sekunden abschloss. Alster versuchte sofort nachzulegen und hatte das Match im Griff. „Dann haben die Jungs die Müdigkeit von dem schweren Spiel am Samstag gegen den UHC abgeschüttelt“, so Schlingemann. Jan Schiffer verwandelte nach gut zehn Minute eine Mülheimer Ecke direkt zum 1:2 (11.). Und noch vor der Sirene zur ersten Viertelpause erreichte ein langer Pass Jan Nitschke am rechten Kreisrand, der mit einem satten Vorhandschuss das Match drehte.
Alster hatte im zweiten Viertel eine Eckenserie, bei der eine auf der Linie von einem Mülheimer Verteidiger gerettet wurde. Dann übernahmen aber wieder die Gäste das Ruder. Direkt nach der Pause kam Timm Herzbruch nach doppeltem Give-and-Go links im Alster-Kreis zum Schuss und traf platziert mit der Rückhand ins lange Eck. Es war danach zwar noch genug Zeit, dass Alster das Match noch einmal hätte an sich ziehen können, aber Mülheim ließ wenig zu und kam am Ende zu einem verdienten Erfolg.

Club an der Alster – Uhlenhorst Mülheim 1:3 (1:2)
Tore:
1:0 Carl-Moritz Alt (1.)
1:1 Jan Schiffer (11.)
1:2 Jan Nitschke (15.)
1:3 Timm Herzbruch (33.)
MSC-Damen retten knappes 1:0 gegen Mülheim über die Zeit

Die Damen des Münchner SC gewannen das letzte Spiel der Hinrunde am Samstagnachmittag knapp, aber verdient mit 1:0 gegen den Uhlenhorst Mülheim. Der Treffer des Tages von Charlotte Veitner reichte den Münchnern, die sich im Schlussviertel auch gegen nicht nachlassende Angriffe der Mülheimerinnen behaupten konnten.

Der Münchner SC, bei dem zwei Youngster aus der eigenen A-Jugend im Kader standen, sah sich dabei von Beginn an gefordert: Die Mülheimerinnen, die ebenfalls alf Fünfplatzierte ihrer Staffel nach München anreisten, setzten die Gastgeberinnen früh unter Druck und kamen so besser ins Spiel. Zwingende Torchancen blieben aber zunächst auf beiden Seiten Mangelware und so ging es mit dem leistungsgerechten Unentschieden in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Münchenerinnen besser zurück in die Partie und wurden durch Charlotte Veitner nach einem gut herausgespielten Angriff belohnt (37.). Doch die Gäste aus dem Ruhrgebiet wirkten jetzt geweckt und spielten ihrerseits auf den Ausgleich. Es deutete sich eine spannende Schlussphase an, die auch noch dadurch verstärkt wurde, dass Münchens Mareike Konsek Gelb sah. Die „Uhlen“ setzten jetzt alles daran, zumindest einen Punkt zu erringen und brachte die MSC-Defensive immer wieder in arge Bedrängnis. Am Ende blieb es aber beim knappen Heimsieg für die Münchenerinnen, auch, weil sich die Defensive der Bayerinnen keinen groben Fehler erlaubte.

„Wir haben heute ein Kollektiv gesehen, eine Einheit, die den Sieg am Ende über die Zeit gebracht hat“, formulierte es MSC-Trainer André Schriever: „Wir waren über drei Viertel des Spiels besser und hatten die klareren Chancen. Im letzten Viertel kommen wir dann nochmal ins Schwimmen. Aber unter den Voraussetzungen heute haben wir verdient gewonnen.“ Benjamin Hinte war dagegen mit dem Spiel seiner „Uhlen“ weniger zufrieden: „Wir haben heute viel investiert und richtig Gas gegeben. Deswegen ist es sehr ärgerlich, dass wir verloren haben. Insgesamt hatten wir aber zu wenige Chancen und haben uns die Zähne ausgebissen. So kommt leider am Ende einfach nichts Zählbares raus.“

Münchner SC – Uhlenhorst Mülheim 1:0 (0:0)
Tore:
1:0 Charlotte Veitner (39.)

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