Archiv für die Kategorie „HERREN“
Aus im Halbfinale
Aufholjagd nach der Pause wird nicht belohnt
Der UHC Hamburg gewann im ersten Herren-Halbfinale bei der DM-Endrunde in Berlin am Ende eindeutig mit 11:4 gegen Uhlenhorst Mülheim.
Im ersten Halbfinale bei den Männern kam es zu einem Klassiker zwischen dem Uhlenhorst Hamburg und dem Uhlenhorst Mülheim. Nachdem die Hamburger im Finale letzten Jahres dem Club an der Alster in letzter Minute unterlegen waren, starten sie bei dieser Endrunde einen neuen Versuch endlich den Hallentitel zu holen, dabei musste die Hamburger auf ihren Superstar Moritz Fürste verzichten. Das Team aus Mülheim galt bei vielen als der erste Titelfavorit.
Am Beginn war deutlich zu sehen, dass beide Mannschaften großen Respekt voreinander hatten, so dass beide auf eine kompakte Defensive achteten. Sobald die Hamburger Druck machten, hatte Mülheim Probleme einen geordneten Spielaufbau hinzukriegen.
Folgerichtig schoss Ricardo Nevado das 1:0. Daraufhin erhöhte Mülheim den Druck, jedoch fand der UHC immer wieder Lücken so dass sie zu Chancen kamen und Jonas Fürste in der 15 Minute auf 2:0 erhöhen konnte. Danach zogen sich die Hamburger immer weiter zurück blieben aber durch schnelle Gegenstosse durchgehend gefährlich. So entstand auch das 3:0 durch Nevado, der den Ball nach einem Pass von Miltkau nur noch einschieben musste. In der 28 Minute wurde die erste Ecke verwandelt von Nevado so dass der UHC auf 4:0 erhöhte.
Im direkten Gegenzug rettet Breitenstein gegen Otto auf der Linie. Rühr machte seine Sache eine Minute später nach einer Einzelaktion besser und traf zum 4:1, das auch gleichzeitig das Halbzeitergebnis war. Zu dem Zeitpunkt ging das Ergebnis insgesamt in Ordnung, da der UHC cleverer spielte und den Mülheimern wenig einfiel.
In der zweiten Halbzeit machten die Mülheimer von Anfang an Druck und ihre Körpersprache deutet auch an, dass sie noch an ihre Chance glauben. In der 35. Minute konnten sie es auch in Zählbares ummünzen – durch ein Tor von Rabente. Und kurz darauf traf Stralkowski mit der Rückhand.
Die Hamburger schien verunsichert. Aber Miltkau konnte durch ein traumhaften Stecher den Vorsprung wieder ausbauen. Breitenstein hatte sogar die Chance die Führung noch weiter auszubauen, scheiterte aber vom Siebenmeterpunkt gegen den glänzend reagierenden Reuß im Mülheimer Tor.
In der 45. Minute kam es zu einer strittigen Szene, die Mülheimer forderten Ecke und auch die UHCer stoppten kurzzeitig mit dem Spielen, so dass Reuß den Ball locker am Fuß hielt im eigenen Kreis. Miltkau schaltete am schnellsten und klaute ihm den Ball und hatte keinerlei Probleme diesen im Tor unterzubringen.
Rabente konnte den Abstand nochmal verkürzen, jedoch hatte Mülheim weiterhin Probleme gegen die kompakte Defensive des UHC und konnte auch nicht die brandgefährlichen Konter der UHCer unterbinden.
In der 48. Minute sorgte Joni Fürste durch einen Doppelpack für die Vorentscheidung. Das Spiel wurde immer hektischer und war durch kleine Unterbrechungen geprägt in der Phase. Obwohl die Mülheimer stark Druck auf den UHC ausübten, kam der UHC zu besseren Chancen und erhöhte seine Führung auch weiterhin durch Fürste. In den letzten Minuten erlaubte sich der UHC sogar, den stark haltenden Torwart Nicao Jacobi auszuwechseln und Ersatzmann Morrice einzuwechseln. Dieser hielt auch prompt eine Ecke von Europameister Stralkowski. Im direkten Gegenzug erzielte Miltkau den Endstand zum 11:4 nach einer Eins-gegen-Eins Situation gegen den Torwart.
Die Hamburger feierten damit den zweiten Finaleinzug in Folge und dies auch vollkommen zu Recht, da den Mülheimern nichts Effektives gegen die clever spielenden Hamburger ausrichten konnten. Die Hamburger blieben das ganze Spiel über gefährlich, egal welche Spieler auf dem Platz waren.
Zuschauer: 1800
hockeyliga.de
Der Titelsammler
Thilo Stralkowski ist Hallen-Europameister
Die Kollektion ist komplett. Nach dem Gewinn der Hallenweltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Posen genoss Thilo Stralkowski vom Hockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst am Sonntagnachmittag in der ausverkauften Arena Leipzig den nächsten Ritterschlag auf internationalem Parkett.
Mit dem 4:0-Finalsieg gegen Tschechien holte die deutsche Nationalmannschaft zum 13. Mal den Titel des Europameisters. Mit dem Treffer zum 3:0 (EM-Tor Nummer fünf) hatte der 24-jährige Mülheimer die DHB-Auswahl von Bundestrainer Markus Weise endgültig auf die sichere Seite gebracht. Auch die Zahlen verweisen auf einen verdienten Turniersieger. Die Deutschen gewannen alle fünf Spiele und machten das Treffen auch mit dem Torverhältnis von 32:7 zur Chefsache.
Wie sich doch die Bilder beim Showdown in Leipzig unterschieden. Die Favoritenbürde sorgte bei den Gastgebern vor dem Anpfiff schon für eine gewisse Anspannung. Die machte auch vor Thilo Stralkowski nicht halt, der beim Abspielen der Nationalhymne tief durchatmen musste. Ganz anders die Befindlichkeit nach der Vollzugsmeldung. An der Hand von Torhüter Nicolas Jabobi vom UHC Hamburg, der seine souveräne Leistung hoffentlich nicht am kommenden Samstag in Berlin im DM-Halbfinale gegen die Uhlen wiederholen wird, und Florian Woesch vom Mannheimer HC bedankte sich das Urgewächs des HTC mit einem breiten Lächeln beim tollen Publikum. Und bei der folgenden Siegerehrung bekam der Pokal ein Küsschen, als er beim Stürmer angekommen war. Doch nicht genug der Küsschen. Auch Freundin Franziska Hauke bekam aus gegebenem Anlass eines. Die Spielerin von Rot-Weiss Köln war zuvor mit der DHB-Auswahl gegen Weißrussland ebenfalls Europameisterin geworden. Anschließend machten sich die beiden Champions mit dem Auto auf die lange Rückreise, am Montagmorgen um 9 Uhr muss Stralkowski wieder bei der Flugschule antreten. Im Hockeysport liegen große Erfolge und die Berufsausbildung nur um Nuancen auseinander.
Für Stralkowski war es ein verdienter Finalsieg mit einem gewissen Anlauf. „Gegen die tief in der Abwehr stehenden Tschechen war das die erwartet schwere Aufgabe. Wir wussten, dass wir Geduld brauchen, in der zweiten Halbzeit hat sich das ausgezahlt. Wie schon bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Polen hat das großen Spaß gemacht. Das ist eine Supertruppe mit einem ausgeprägten Teamgeist.Wir haben verdient gewonnen, weil wir uns spielerisch gut entwickelt haben. In Leipzig herrschte eine super Stimmung und eine tolle Atmosphäre. Es ist schon ein bisschen schade, dass wir nicht viel feiern konnten und so schell nach Hause fahren mussten. Andererseits haben einige von uns mit der DM-Endrunde am Wochenende in Berlin die nächste schöne Aufgabe vor sich.“
derwesten.de – Gerd Böttner
Herren in der Endrunde!
Sieg im Viertelfinale nach Siebenmeterschießen

Kam, sah und traf: Ole Keusgen brachte sein Team per Last-Minute-Tor in die Verlängerung und verwandelte den entscheidenden Siebenmeter.
Und sie fahren schon wieder nach Berlin! Mit dem 9:7-Erfolg nach Siebenmeterschießen beim Berliner HC hat sich Hallenhockey-Bundesligist HTC Uhlenhorst in einem mitreißenden und spannungsgeladenen Match das Ticket für die ebenfalls in der Hauptstadt stattfindende DM-Endrunde verdient. Am Samstag, 21. Januar, treffen die Mülheimer im Halbfinale im Horst-Korber-Sportzentrum in Charlottenburg auf den UHC Hamburg, der sich am Samstag mit 8:7 nach Siebenmeterschießen gegen den SC Frankfurt 1880 durchgesetzt hatte. Das zweite Halbfinale bestreiten Rot-Weiss Köln (12:2 gegen den TuS Lichterfelde) und der Mannheimer HC (11:7 gegen den Harvestehuder THC).
„Wir haben gezeigt, dass wir in der Breite richtig gut besetzt sind. Das war ein ganz wertvoller Start in das neue Jahr“, frohlockte HTCU-Trainer André Henning nach dem Coup in der Sporthalle Schöneberg, wo die Gastgeber Trauer trugen, schließlich richten sie die DM-Endrunde aus und sind nun mit ihren Herren nicht dabei.
Dabei hatten die Berliner in der Anfangsphase der Partie Flagge gezeigt und nachdrücklich unterstrichen, dass sie sich von den Uhlen nicht den End- rundenspaß verderben lassen wollten. Der HTCU kam schwer in Bedrängnis, geriet folgerichtig in Rückstand und durfte sich bei Ecken-Killer Felix Reuß bedanken, dass er im Spiel blieb. Dann nahmen aber die Gäste Fahrt auf, der Ausgleich von Johannes Schmitz war das Signal zum Aufbruch, die folgenden Treffer von Thilo Stralkowski und durch den jungen und frech aufspielenden Jan Nitschke untermauerten die Dominanz der Westdeutschen auf dem Berliner Parkett. Pech für die Uhlen, dass dann der reguläre Treffer von Kapitän Jan Philipp Rabente keine Anerkennung fand, der irreguläre BHC-Treffer im Gegenzug aber sehr wohl. Rabente sorgte in der Schlussminute der ersten Halbzeit aber doch für eine einigermaßen beruhigende Führung.
Halbzeit zwei gehörte den Gastgebern, die Tor um Tor herankamen, zudem durch Bastian Timm beim Stand von 3:4 einen Siebenmeter vergaben (Reuß war zwischen den Pfosten auf dem Posten) und in der 55. Minute in Führung gingen. Der HTCU hatte offensiv nur ganz wenig anzubieten. Dafür dies von ganz hoher Bedeutung: In Überzahl erzielte der in dieser Phase zum Stürmer umfunktionierte Ole Keusgen nach 29-minütiger Torflaute der Uhlenhorster kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich. Und noch einmal verrichteten die Mülheimer in Schöneberg Maßarbeit. Mit der einzigen verwandelten Ecke an diesem Tag stellte Nationalspieler Thilo Stralkowski in der Verlängerung in der 74. Minute die Weichen auf Siebenmeterschießen. In dem hatten die Mülheimer die besseren Nerven. Und den besseren Torhüter!
HTCU: Reuß, Breisig – Keusgen, Matania, Rabente, Fürk, Otto, Fleckhaus, Stralkowski, Rühr, Schmitz, Nitschke
Tore: 1:0 (9.) Timm, 1:1 (20.) Schmitz, 1:2 (26.) Stralkowski, 1:3 (27.) Nitschke, 2:3, 2:4 (30.) Rabente, 3:4 (40., KE) Arnold, 4:4 (52., KE) Häner, 5:4 (55.) Timm, 5:5 (59.) Keusgen
Verlängerung: 6:5 (63., KE) Häner, 6:6 (74., KE) Stralkowski
Siebenmeterschießen: 0:1 Rabente, 1:1 Zwicker, 1:2 Stralkowski, Arnold scheitert an Reuß, Matania scheitert an Knobloch, Gomoll scheitert am Pfosten, 1:3 Keusgen, Häner scheitert an Reuß
Ecken: 7 (3 Tore)/6 (1 Tor)
derwesten.de – Gerd Böttner
Über Berlin nach Berlin
Sonntag DM-Viertelfinale in der Hauptstadt

Rudelbildung in der Hauptstadt: Die Uhlen sind am Sonntag vor erwarteten 1.000 Zuschauern auf sich allein gestellt.
Wenn es zur regen Reisetätigkeit und damit zum munteren Pendelverkehr zwischen Mülheim und Berlin kommt, hat damit nicht einer im Lager des Hockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst ein Problem. Über Berlin nach Berlin, so lautet die kollektive Zielsetzung. Mit einem Sieg am Sonntag (16 Uhr) auf dem ultraschnellen Parkettboden der Sporthalle Schöneberg im DM-Viertelfinale gegen Gastgeber Berliner HC wollen sich die Mülheimer für die DM-Endrunde am 21. und 22. Januar in eben der Metropole qualifizieren.
Die Ruhepause hat den geschlauchten Uhlen gut getan. Mal die Füße hochlegen, vorzugsweise die Seele baumeln lassen. So die speziell auf die Nationalspieler zugeschnittene Ausrichtung. Als in der Staffel West die letzten Tore fielen, hatten Jan Philipp Rabente, Benedikt Fürk, Thilo Stralkowski und Tobias Matania noch die Champions Trophy in Neuseeland in den Knochen.
Die schmerzen nun nicht mehr, der Kopf ist frei und der Blick geht zielgerichtet nach Berlin, wo mit dem Lösen des Finaltickets der große Coup gelingen soll. Ohne Frage, die Uhlen sind heiß. Heiß auf das Finale an der Spree und heiß darauf, die letztjährige Hallenrunde vergessen zu machen, als sie mit der Niederlage in Krefeld die Viertelfinal-Teilnahme verspielt hatten.
An den Voraussetzungen soll es nicht liegen, wenn es am Samstag um 13.30 Uhr mit dem ICE in Richtung Hauptstadt geht. Tobias Matania laboriert zwar weiterhin an leichten Patellasehnen-Beschwerden, doch sein Einsatz ist nicht gefährdet. Allein Abwehrspieler Jan Gehlen fehlt, der Routinier muss immer noch seinem vor Wochen erlittenen Kieferbruch Tribut zollen. Als gute Wegzehrung dienen die Eindrücke beim Testspiel am Dienstag gegen Rot-Weiss Köln (Viertelfinalgegner der Domstädter, die vor dem HTCU Platz eins belegt hatten, ist der TuS Lichterfelde), das die bärenstarken Uhlenhorster auf dem schnellen Boden der Halle Lehnerstraße souverän mit 13:7 gewonnen haben. Auf dem Parkett in Schöneberg geht es freilich noch schneller zu. Und noch heißer! Wobei das ganze Programm greifen kann mit regulärer Spielzeit, Verlängerung und Siebenmeterschießen. Einer muss die Halle als Sieger verlassen. Und einer als trauriger Verlierer.
„Das wird eine ganz enge Kiste, das ist ja immer so,wenn du beim Gruppen-Ersten antreten musst“, blickt HTCU-Manager Horst Stralkowski auf einen Gang der höchst anspruchsvollen Art. „Aber wir wollen die Chance beim Schopfe packen. Wenn bei uns der ganze Kader gegen die kompakt stehenden Berliner mit ihren Leistungsträgern Pilt Arnold, Martin Häner und Martin Zwicker funktioniert und wir die Breite aufs Parkett kriegen, dann haben wir eine reelle Chance.“
Für HTCU-Trainer André Henning ist das Viertelfinale der Einstieg in ein Jahr, dem er mit großen Hoffnungen und Erwartungen begegnet. „Wir alle erhoffen uns eine gute Titelausbeute. In der Halle, auf dem Feld und in der EHL liegen drei bereit. In allen drei Wettbewerben sind wir nicht chancenlos. Was die Halle betrifft, war ich immer am zurückhaltendsten. Aber das hat sich geändert. Wir sind guten Mutes, gut vorbereitet und haben ein gutes Gefühl, wiewohl die Hürde extrem hoch ist.“ Für den jungen Coach werden „in einem engen Match“ Kleinigkeiten den Ausschlag geben. „Entscheidend wird sein, wer den Tick cleverer ist und wer den Funken mehr Siegeswillen hat.“
Dass der BHC, der die Tabelle auf dem Feld anführt und dort ab Ende März als heißer Rivale der Mülheimer gilt, seinerseits seine Chance nutzen will, liegt auf der Hand. Zum einen gilt der Status als Gastgeber und Hausherr, zum anderen geht es aus Sicht der Berliner darum, eine große Blamage abzuwenden, schließlich ist der BHC Ausrichter der DM-Endrunde. „Für die wäre es doch ganz bitter, die Karten abzureißen und selbst nicht am Start zu sein. Die werden heiß ohne Ende sein“, so Horst Stralkowski.
Viel Glück beim Unternehmen zweimal Berlin hin und zurück!
derwesten.de – Gerd Böttner
Mit Derbysieg ins Viertelfinale
13:7 – Schicksal des KHTC ist besiegelt

Der HTCU experimentierte in der Defensive ein wenig. Entsprechend gab es Gesprächsbedarf der starken Nationalspieler Thilo Stralkowski und Jan Philipp Rabente (Foto: C. Windfeder).
Das Wunder fand letztendlich nicht statt, weil den HTC Uhlenhorst und Aufsteiger Kahlenberger HTC viel Qualität trennt. Nach dem standesgemäßen 13:7-Sieg im Lokalderby vor 800 Zuschauern in der RWE-Sporthalle stehen die Uhlen sicher im DM-Viertelfinale, während den einmal mehr großartig kämpfenden Kahlenbergern nach der achten Niederlage in Folge der bittere Schritt zurück in die Zweitklassigkeit nicht erspart bleibt. Die drei Punkte Rückstand gegenüber Neuss sind womöglich aufzuarbeiten, nicht aber das desaströse Torverhältnis.
In Mülheims guter Hockeystube hatte sich auch beim zweiten Derby die lokale Prominenz versammelt. Wie angekündigt, nahmen bei den Uhlenhorstern auch die geschlauchten Neuseeland-Reisenden Jan Philipp Rabente, Thilo Stralkowski, Tobias Matania und Benedikt Fürk ihren Dienst auf, das lokale Highlight wollten sie nun wirklich nicht verpassen. Vom Stamm fehlte allein Abwehrchef Jan Gehlen nach seinem bösen Kieferbruch. Den besseren Start in eine furiose Auftakt-Viertelstunde hatte der ums sportliche Überleben kämpfende und in Bestbesetzung angetretene KHTC um seinen Spieltrainer Tim Leusmann. Unter gütiger Mithilfe von Torhüter Felix Reuß, der sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten fing, erzielte Kapitän Philip Hüsgen bereits in der 1. Spielminute die Führung. Als besagter Hüsgen wegen einer Fußverletzung behandelt wurde, erzielte Nationalspieler Stralkowski nach einer feinen Einzelleistung den Ausgleich. Mit dem munteren Torreigen ging es im ungebremsten Tempo weiter, erst nach der Ecke durch Stralkowski hatte sich der Favorit beim 5:3 gegen die wieder mit heißem Herzen agierenden Kahlenberger einen kleinen Vorteil erarbeitet. Jan Fleckhaus erhöhte noch vor der Pause auf 6:3, bei der ersten Ecke des KHTC traf Stefan Drewitz mit dem Pausenpfiff den Ball nicht richtig.
Im zweiten Abschnitt taten sich die Uhlenhorster zunächst schwer, warteten aber mit einem offensiven Kabinettstück auf. Innerhalb weniger Sekunden trafen Stralkowski von rechts und Ole Keusgen von links den Pfosten. „Nicht so präzise, bitte. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, meinte da HTCU-Manager Horst Stralkowski.
Noch einmal Hoffnung kam im Haus KHTC bei Hüsgens Anschlusstreffer zum 4:6 auf, doch dann legten die Uhlen den Schalter um, erhöhten das Tempo und zogen entscheidend auf 11:4 davon. Champions Trophy-Protagonist Thilo Stralkowski zeigte sich dabei erstaunlich frisch und so gar nicht müde. Die Treffer durch Jannik Otto, Rabente und Keusgen bereitete er mustergültig vor, das Tor zum 11:4 besorgte er gegen die nun überforderte KHTC-Abwehr persönlich.
Für die Leusmann-Auswahl sprach, das sie sich angesichts des Rückstands nicht wegbrach und sich mit weiteren Toren belohnte. Als Stralkowski in den Schlussminute den Schlusspunkt setzte, standen die KTHC-Anhänger längst auf der Tribüne und verbeugten sich vor ihrem Team: „Kahlenberg, Kahlenberg!“
derwesten.de – Gerd Böttner
Wieder lockt das Derby
Freitag Lokalduell in der RWE-Halle

Thilo Stralkowski ist genau wie seine Nationalmannschaftskollegen zurück aus Neuseeland und freut sich aufs Derby.
Weihnachten lässt noch ein wenig auf sich warten, aber für gute Stimmung ist an diesem Freitag (19.30 Uhr, RWE-Sporthalle) schon einmal gesorgt. Es ist angerichtet für das zweite Mülheimer Derby in der Hallenhockey-Bundesliga zwischen Gastgeber HTC Uhlenhorst und dem Kahlenberger HTC. „Die 1.500 Zuschauer im Hinspiel werden wir wohl nicht mehr bekommen, aber wir rechnen fest mit einer Kulisse im vierstelligen Bereich“, meinen unisono HTCU-Trainer André Henning und KHTC-Spielertrainer Tim Leusmann.
Was den Tabellen-Zweiten und stramm auf Viertelfinalkurs steuernden HTC Uhlenhorst und die in ganz schwerer See befindlichen Kahlenberger verbindet, ist die Hoffnung. Die Gäste in der eigenen Stadt hoffen nach dem süßen Auftaktsieg gegen Neuss und den sieben schmerzlichen Niederlagen in Serie auf das vorweihnachtliche Hockeywunder; die Uhlenhorster hoffen ihrerseits darauf, die Kölner im Schlussspurt doch noch zu überholen.
Druck ausüben
Großen Illusionen gibt sich Henning indes nicht hin. „Ich gehe davon aus, dass die Sache am Samstagabend nach dem Spiel der Kölner in Krefeld geklärt ist. Dass die sich das dann am Sonntag gegen Neuss noch nehmen lassen, ist extrem unwahrscheinlich. Wie auch immer, wir wollen mit einem Sieg gegen den KHTC ein bisschen Druck auf Köln ausüben.“

Christopher Rühr zeigte im Hinspiel bereits eine starke Leistung.
Auf etwaige Geschenke dürfen die Kahlenberger nicht hoffen. Auch nicht auf den einen oder anderen, der aus dem erfolgreichen Uhlen-Verband ausschert. Die Reisenden in Sachen Champions Trophy sind zwar nach der Rückkehr am Dienstag aus Neuseeland hundemüde und kaputt und spüren den Jetlag in den Knochen, die Nationalspieler Jan Philipp Rabente, Benedikt Fürk, Tobias Matania und Thilo Stralkowski lassen sich aber das Eintauchen ins Erlebnisbad Stadtderby nicht nehmen. Freilich nach dem Freiluft-Intermezzo im fernen Auckland ohne Einstimmung auf die Halle. Beim Training am Donnerstag schauten sie herein, ohne allerdings zum Schläger zu greifen. „Weniger ist in diesem Fall mehr, am Freitag werden sie die letzten Kräfte mobilisieren“, sagt Henning, der zudem wieder auf Angreifer Johannes Schmitz (nach schwerer Grippe) zurückgreifen kann. Allein Jan Gehlen wird fehlen. Wegen des noch nicht verheilten Kiefers steht jetzt fest, dass er und damit einer der besten Hallenspieler Deutschlands in dieser Hallensaison, die mit der DM-Endrunde am 21. und 22. Januar in der Metropole Berlin endet, nicht mehr zum Einsatz kommt.
Für die kollektive Vorfreude im Uhlenhorster Lager auf Derby Nummer zwei steht Coach Henning: „Das ist schon ein ganz besonderes Spiel und eine schöne Demonstration, dass Hockey die klare Nummer eins in der Stadt ist. Das ist ein Event, das wir nicht jede Woche haben und mit der wir Werbung für diese Randsportart machen.“
Trotz ihrer misslichen und womöglich aussichtslosen Situation brennen auch die Kahlenberger auf das Wiedersehen mit vielen Zuschauern, der perfekten Bühne RWE-Sporthalle und dem Nachbarn aus dem Uhlenhorst. „Für uns ist das die letzte Chance, der letzte Strohhalm,“ weiß Tim Leusmann, der 18 Jahre lang bei den HTCU-Herren gespielt hat, längst aber dem Kahlenberger HTC mit seiner akribischen Arbeit auf die Sprünge hilft. „Wir sind alle heiß und haben uns viel vorgenommen. Wir werden alles dafür tun, einen guten Saisonabschluss zu schaffen. Natürlich ist der HTCU kein leichter Gegner. Da muss die ganze Mannschaft hart arbeiten,“ gibt der Spielertrainer, dem alle Akteure zur Verfügung stehen, die Richtung vor.
derwesten.de – Gerd Böttner
Viel Brisanz im Mülheimer Derby
Am Freitag trifft der HTCU auf den Kahlenberger HTC

Lokalduell Teil zwei: Tobias Matania, Jan Philipp Rabente und Jan Fleckhaus jagen Thorben Pegel.
1500 Zuschauer sorgten beim ersten Aufeinandertreffen für Gänsehautatmosphäre – am Freitag geht das Mülheimer Hockeyderby in die zweite Runde. Das Rückspiel zwischen dem HTC Uhlenhorst und dem Kahlenberger HTC verspricht noch mehr Spannung. Während die Uhlen die Teilnahme an den Play Offs klar machen können, kämpfen die „Blauen“ am vorletzten Spieltag ums nackte Überleben in der Hallen-Bundesliga. Nur mit einem Punktgewinn bleibt die Hoffnung auf den Klassenerhalt bestehen. Anstoß in der RWE-Halle ist um 19.30 Uhr.
Es war eines der ganz großen Sportereignisse in Mülheim. Das Lokalduell elektrisierte vor knapp vier Wochen die Fans und sorgte für eine Stimmung wie bei einem DM-Finale. Nun kommt noch mehr Brisanz in die Partie. Denn es ist ein Alles-oder-nichts-Match. Für den HTCU ist die Lage etwas entspannter. Der amtierende deutsche Vize-Meister auf dem Feld braucht noch einen Zähler, um sicher in die Play Offs einzuziehen. Aber das Team möchte sich noch Platz eins und damit das Heimrecht fürs Viertelfinale sichern, dafür muss zwingend ein Dreier her, sonst ist Tabellenführer Rot-Weiss Köln nicht mehr einzuholen.
Gleich vier aktuelle A-Nationalspieler schicken die Uhlenhorster aufs Parkett in der RWE-Halle. Thilo Stralkowski, Tobias Matania, Benedikt Fürk und Jan Philipp Rabente sind soeben aus Neuseeland zurückgekehrt. Dort hatten sie im DHB-Dress an der Champions Trophy teilgenommen und einen guten fünften Platz erreicht. Das Derby möchte sich keiner entgehen lassen, auch wenn die Belastung an die letzten Reserven geht. Ohne die vier Nationalspieler gewann der HTCU zuletzt mit 7:3 in Neuss und zeigte dabei eine starke Leistung.
Ganz anders sind die Voraussetzungen beim Kahlenberger HTC. Nach der 3:15-Niederlage bei Rot-Weiss Köln am vergangenen Samstag liegen die Mülheimer mit drei Zählern Rückstand aufs rettende Ufer am Ende der Tabelle. Dabei war die deutliche Pleite überraschend, da die Kölner auf fünf Nationalspieler verzichten mussten. Dennoch will das Team um Spielertrainer Tim Leusmann nicht aufgeben. Nach sieben Niederlagen in Serie soll der Knoten nun ausgerechnet im Lokalduell platzen. Gehen die Kahlenberger ohne Zähler aus dem Nachbarschaftsduell, wäre der Abstieg nach nur einem Jahr praktisch besiegelt. Es wäre das vorerst letzte Derby in der 1. Hallen-Bundesliga, was sich in Mülheim allerdings niemand wünscht.
Der Uhlenhorster Trainer André Henning: „Das Hinspiel war ein tolles Ereignis und natürlich eine besondere Partie. Wir freuen uns wieder auf diese spezielle Derby-Atmosphäre und wollen am Freitag die Play Offs perfekt machen.“ Im Hinspiel gewannen die Uhlen mit 13:4 in einem lange offenen und spannenden Duell.
Einlass ist ab 18.30 Uhr.
Tickets gibt es an der Abendkasse oder am 14. Und 15. Dezember jeweils von 15 bis 18 Uhr in der Geschäftsstelle des HTC Uhlenhorst (Uhlenhorstweg 19).
Ohne sechs? Kein Problem!
7:3-Sieg in Neuss dank herausragender Leistung

Jubel in Neuss: Jan Fleckhaus versenkte die Kugel soeben im Lattenkreuz. Die Bank feiert mit (Foto: C. Windfeder).
Einen Riesen-Schritt Richtung Play-Offs machte der HTC Uhlenhorst dank einer fantastischen Leitung in Neuss. Ohne sechs Stammspieler, also ohne eine ganze Hallenmannschaft, siegten die Uhlen mit 7:3 dank stabiler Abwehrarbeit, eiskalten Kontern und einer Teamperformance, in der richtig viel Leben steckte.

Lennard Klein feierte ein starkes Bundesliga-Debüt (Foto: Windfeder).
Von einer zweiten Reihe zu sprechen, würde der herausragenden Leistung dieser Uhlenhorster Truppe nicht gerecht werden. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass mit Rabente, Stralkowski, Fürk und Matania nicht nur die vier Nationalspieler fehlten, sondern auch Johannes Schmitz (krank im Bett) und Jan Gehlen (Kieferbruch) sowie weiterhin Philip Meyer (Rücken).

Tim Leukel (re.) im Vorwärtsgang. Sven Meinhardt klemmt sich dran (li.).
Keeper Felix Reuß glänzte in den wichtigen Augenblicken mit tollen Paraden. Ole Keusgen räumte in der Defensive ab, spielte stark raus und hatte als Ersatz-Kapitän eine große Ausstrahlung. Jannik Otto erreichte rechtzeitig zu diesem wichtigen Spiel gegen seinen Ex-Club seine absolute Top-Form und Jan Fleckhaus lieferte schlichtweg das wohl beste Hallenhockeyspiel seiner Karriere ab. Zwei wunderschöne Treffer von „Flecki“ (ein Lupfer und ein satter Schuss ins Lattenkreuz) ließen das Match in der heißen Phase des zweiten Durchgangs zu Gunsten der Uhlen kippen. Im Sturm startete das A-Jugendduo Christopher Rühr (17 Jahre) und Jan Nitschke (18); die Youngster traten cool, frech, abgezockt auf und sorgten für viel Wirbel. Rühr steuerte ebenfalls zwei herrliche Treffer per Konter bei.
Ergänzt wurde das Team durch Tim Leukel und Lennard Klein, die – aus der zweiten Mannschaft hochgezogen – ihre Bundesliga-Debüts gaben, viel Spielzeiten bekamen und ihre Sache sehr gut machten. Mit Felix Meyer wurde aufgrund der Ausfälle ganz kurzfristig ein Spieler integriert, der zuvor nicht eine einzige Einheit mit der Ersten absolviert hatte, sich dennoch nahtlos ins Team einfügte und einen Treffer vorbereitete. Bleibt noch das Comeback von Co-Trainer Sven Meinhardt, der trotz vierjähriger Pause beinahe spielte, als sei er nie weg gewesen – und das mit 40 Lenzen auf dem Buckel. Den wichtigen Treffer durch Ole Keusgen zum 7:3 (52.) bereitete er mustergültig vor und pushte das Team zum Sieg.

Sven Meinhardt kämpft sich in den Kreis (Foto: Windfeder).
HTCU-Trainer André Henning: „Das Team hat viel Leben und Freude ausgestrahlt. Ich bin unheimlich stolz, dass jeder Spieler heute seinen Job herausragend erfüllt hat. Viele Jungs haben heute Verantwortung übernommen, obwohl sie sonst nicht im Fokus stehen. Das war ein tolles Zeichen, was in vielen Spielern steckt und ein ganz wichtiger Schritt Richtung Viertelfinale.“
HTCU: Reuß, Brinkmann, Keusgen (1), Otto (2), Fleckhaus (2), Rühr (2), Nitschke, Klein, Leukel, F. Meyer, Meinhardt.
HTCU mit ganz neuem Gesicht
Heute ohne sechs Stammspieler nach Neuss

Hoffnungsträger: Keeper Felix Reuß, Jannik Otto (li.) und Ole Keusgen (Foto: C. Windfeder).
Beim Gastspiel des Hallenhockey-Bundesligisten HTC Uhlenhorst am Samstag (16 Uhr, Jahnstraße) bei Schwarz-Weiß Neuss wird der geneigte Zuschauer unschwer eine Premiere ausmachen. Die Mülheimer werden auf ihrem geplanten Weg zum DM-Viertelfinale mit einer Mannschaft auflaufen, die es so noch nie gegeben hat und die es in dieser Konstellation auch nie mehr geben wird.
„Normalerweise sind wir gegen Neuss Favorit, das ist bei dieser Konstellation aber nicht der Fall“, sagt Henning. „Dennoch muss auf dem Weg zum Viertelfinale unser Ziel ein Sieg sein. Ich glaube auch, dass das geht, schließlich ist die Breite im Kader unsere Stärke“ meint der Trainer, der den Angreifer Lennard Klein und Abwehrspieler Tim Leukel aus der „Zweiten“ sowie den ursprünglich nicht für den Hallenreigen vorgesehenen Felix Meyer (Stammspieler auf dem Feld) mit nach Neuss nimmt.
Und dann ist ja noch das erstaunliche Comeback des 40-jährigen Sven Meinhardt, das in der Halle an der Jahnstraße definitiv für großes Aufsehen sorgen wird. Der „Beförderung“ seines „Co“ sieht Henning grundsätzlich zuversichtlich entgegen. „Im Training hat Sven auch körperlich einen erstaunlich guten Eindruck hinterlassen. Für unsere Offensive ist er eine große Bereicherung und er geht als Typ voran.“ Einen Häuptling kann der „neue“ HTCU gut gebrauchen, schließlich halten sich fast alle Mitglieder des Mannschaftsrates zurzeit am anderen Ende der Welt auf.
derwesten.de – Gerd Böttner
Uhlen machen auf sich aufmerksam
Matania trifft gegen Holland – Stralkowskis Sahnevorarbeit

Jan Philipp Rabente, Thilo Stralkowski, Tobias Matania und Benedikt Fürk sind bei der Champions Trophy im neuseeländischen Auckland aktiv.
Morgens um 2 Uhr aufstehen? Für ein Hockeyspiel? Aber gerne! Das deutsche Team, und insbesondere auch die drei Uhlen auf dem Platz, lieferten im Duell der Champions Trophy gegen die Niederlande eine gute Leistung ab, verloren aber 2:3.
Aus Mülheimer Sicht konnte die erste Halbzeit kaum besser laufen. Tobias Matania schoss mit einem satten argentinischen Rückhandschuss das zwischenzeitliche 1:1. In seinem fünften A-Kadereinsatz war es sein zweiter Treffer. Ein echtes Schmankerl servierte dann Thilo Stralkowski. Er eroberte den Ball im Mittelfeld, drang in den Kreis ein und bediente Christoph Menke mit einem No-Look-Pass hinter dem Rücken. Menke verwandelte zum 2:1 – zauberhaft.
Jan Philipp Rabente zeigte im deutschen Mittelfeld eine insbesondere defensiv starke Leistung. Der vierte Uhlenhorster, Benedikt Fürk, hatte gegen Oranje eine Pause bekommen.
Nach dem Seitenwechsel gelang den Deutschen offensiv nicht mehr viel, so dass der holländische Sieg in Ordnung ging.
Bereits in der Nacht auf Dienstag geht es weiter gegen Korea.
Match eins war schon ein voller Erfolg. Beim Auftakt gegen Gastgeber Neuseeland gewannen die Deutschen mit 2:1. Thilo Stralkowski traf in Mittelstürmermanier per Direktabnahme kaltschnäuzig zum 1:0. Den zweiten deutschen Treffer bereitete Jan Philipp Rabente mit einer feinen Flanke vor. Mit Tobias Matania stand ein weiterer Mülheimer auf dem Platz und sogar in der Startformation. Auf der Außenbahn wirbelte Benedikt Fürk und komplettierte das Uhlen-Quartett.
Die Spiele können für einen kleinen Obulus live per Stream verfolgt werden. Zur FIH-Seite geht es hier
Vier für Deutschland
Uhlen bei der Champions Trophy in Auckland

Thilo Stralkowski, Tobias Matania, Jan Philipp Rabente und Benedikt Fürk treten bei der Champions Trophy in Auckland an.
Auf ihrem langen Weg zum olympischen Turnier in London (27. Juli bis 12. August) hat für die deutsche Hockey-Nationalmannschaft die rege Reise- und Vorbereitungstätigkeit begonnen. Vom deutschen Spätherbst in den neuseeländischen Sommer, lautet das Motto. Nach 22-stündiger Flugreise und zwei Stunden Aufenthalt in Singapur traf der DHB-Tross in Auckland ein, wo vom 3. bis 11. Dezember die 33. Champions Trophy ausgespielt wird. Mit vor Ort ein starkes Stück Mülheim. Mit Benedikt Fürk, Jan Philipp Rabente, Thilo Stralkowski und Tobias Matania wollen gleich vier Spieler des Bundesligisten HTC Uhlenhorst für London und die Sommerspiele punkten.
Für Torjäger Stralkowski (25 Länderspiele, 25 Tore) gab es vor dem Abflug nach Neuseeland gleich doppelten Grund zur Freude: „Auf uns warten ein schönes Land und neue Erfahrungen. Wir sind schon ein zusammengewürfeltes Team mit neuen Gesichtern, das sich schnell einspielen muss. Und die lange Flugreise stört mich überhaupt nicht.“ Natürlich, als angehender Pilot kostete er das Angebot eines Langstreckenflugs in vollen Zügen aus.
Für HTCU-Kapitän Rabente ist es nach 2009 in Melbourne (die DHB-Auslese belegte damals Platz zwei) die zweite Champions Trophy-Teilnahme. „Die Umstellung ist nicht ganz leicht, wir kommen aus dem Herbst und befinden uns auf einmal in einem völlig anderen Umfeld. Die anderen Nationen sind auf dem Feld bereits voll im Saft, wir kommen hingegen direkt aus der Halle“, so der 56-malige Nationalspieler, der in Auckland im Mittelfeld spielt und klare Ziele verfolgt: „Ich will mich vor Markus Weise beweisen. Keine Frage, ich habe London im Auge und dafür will ich punkten.“
So hält es auch Europameister und Abwehrspieler Benedikt Fürk (26 Länderspiele), der bereits bei der Champions Trophy 2010 in Mönchengladbach (Platz vier für Deutschland) zum Kreis der Auserwählten gezählt hat. „Das ist eine schöne Reise und ich möchte die Leistung bei der Europameisterschaft bestätigen und mit Blick auf die Olympischen Spiele ordentlich punkten. Über unsere Chancen bei diesem Topturnier habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, zumal in Auckland ein neues System gespielt wird.“
Der 21-jährige Tobias Matania (acht Länderspiele) ist nach Florian Fuchs vom UHC Hamburg der zweit Jüngste im DHB-Aufgebot. „Die Vorfreude ist groß und nervös bin ich schon, schließlich ist es mein erstes großes Turnier im A-Kader. Ich sehe das als große Chance in Richtung Olympia. Natürlich ist London mein großes Ziel. Ich versuche unbekümmert zu und will dem Bundestrainer etwas anbieten.“
Nach den beiden Testspielen vor Ort gegen die in der anderen Gruppe antretenden Pakistaner (1:1) und den amtierenden Champion Australien (0:2), der sich bereits seit zwei Wochen in Neuseeland aufhält, wird es für die DHB-Auswahl am Samstag (Ortszeit 14.05 Uhr, deutsche Zeit 2.05 Uhr) mit dem ersten Gruppenspiel gegen Gastgeber Neuseeland ernst. Die weiteren Gruppengegner sind die Niederlande (Sonntag) und Korea (Dienstag).
Die Vorrundengegner sieht Coach Markus Weise mit viel Respekt: „Neuseeland wird im eigenen Land im ersten Spiel eine harte Nuss. Die Holländer kommen zwar ohne den Kölner Robbert Kempermann, aber sonst mit genau der gleichen Truppe wie bei der Europameisterschaft- Und Korea wird, da dort ja auch keine Liga wie bei uns gespielt wird, mit dem Nationalteam wie immer voll im Saft stehen.“
derwesten.de – Gerd Böttner
Dolle Eulen auch bei der EHL ein Thema
Auf der EHL Seite http://www.ehlhockey.tv unter NEWS:
HTCU nutzt Chancen nicht
3:4-Niederlage bei RW Köln
Schon bald werden sie im fernen Neuseeland bei der imageträchtigen Champions Trophy als ambitionierte Mitspieler zwei Wochen lang gemeinsame Ziele verfolgen, am Dienstagabend standen sich hüben und drüben gleich neun Nationalspieler als Rivalen auf dem Parkett der Hallenhockey-Bundesliga gegenüber. Gastgeber Rot-Weiss Köln nutzte den Heimvorteil, gewann gegen den ewigen Kontrahenten HTC Uhlenhorst mit 4:3 (2:1) und machte nach der ersten Saisonniederlage der Mülheimer das Rennen um Tabellenplatz eins (der im Viertelfinale am 7. Januar Heimrecht gegen den Ost-Vertreter bedeutet) wieder spannend.
Wie schon jüngst im Hinspiel (8:5 für den HTCU) zeigten sich die Gäste schon im ersten Spielbabschnitt überlegen. „Das Ergebnis war nach 30 Minuten ein Witz“, meinte Teammanager Horst Stralkowski. Der Knackpunkt war, dass die Uhlen zu wenig aus ihren Chancen machten. Die erste Ecke von Thilo Stralkowski klatschte an den Pfosten, wenig später hatte der Nationalmannschaftskollege Tobias Matania bei einem Ableger viel Pech. Die Domstädter verrichteten derweil ihre Eckenarbeit in Person von Christoph Menke und Niclas Thiel zielgerichtet. Immerhin sorgte Jannik Otto kurz vor der Halbzeitpause für den verdienten Anschlusstreffer. Der HTCU war im Topspiel im Spiel!
Mit Wiederanpfiff machten sich die Mülheimer gleich wieder unverdrossen an die Arbeit. Schneller Lohn war der Ausgleich durch Angreifer Christopher Rühr. Die Kölner legten per Siebenmeter (Jan-Marco Montag) wieder vor, dank Benedikt Fürk stand knapp 20 Minuten vor dem Ende wieder der Gleichstand. Benjamin Weß sorgte schließlich für die aus Uhlen-Sicht denkbar unglückliche Entscheidung. „Bei diesem Konter haben wir schlecht verteidigt. Nach dem Spielverlauf ist das absolut unverdient, gleichwohl hat unsere Offensive heute nicht so druckvoll wie sonst agierte,“ sagte Stralkowski. „Beide Mannschaften standen sehr gut, da hat die Chancenauswertung den Unterschied gemacht. Bis auf mehr Tore hat die zweite Halbzeit alles geboten. Am Ende müssen wir hier einen Punkt mitnehmen,“ meinte HTCU-Trainer André Henning.
derwesten.de – Gerd Böttner
Teil zwei des West-Gipfels
Herren treten Dienstagabend in Köln an
Es geht Schlag auf Schlag für die Hockeymannschaften in der Hallen-Bundesligasaison 2011/12. Schon am Dienstagabend kämpft der HTC Uhlenhorst erneut um Meisterschaftspunkte. Der Spitzenreiter läuft beim Verfolger Rot-Weiss Köln auf (20.30 Uhr, Roman-Kühnel-Weg).
Es ist keine anderthalb Wochen her, da lieferten die Mülheimer eine Gala im West-Schlager gegen Köln ab. Mit 8:5 gewannen sie das Match gegen den Dauerrivalen vor den begeisterten Fans in der Harbecke-Halle. Nun folgt bereits das vorgezogene Rückspiel und möglicherweise der zweite Teil einer Hockey-Gala? Für Höchstspannung ist jedenfalls in der Regel gesorgt, wenn die beiden derzeit besten West-Bundesligisten unterm Hallendach aufeinander treffen.
Die Begegnung hätte laut Spielplan am 3. Dezember über die Bühne gehen sollen. Doch zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Hockey-Nationalmannschaft bei der Champions Trophy in Neuseeland. Gleich neun Auswahlspieler wären beim West-Gipfel nicht dabei gewesen – auf Kölner Seite Keeper Max Weinhold, Benjamin und Timo Weß, Christoph Menke sowie Jan-Marco Montag, bei den Uhlenhorstern Jan Philipp Rabente, Benedikt Fürk, Tobias Matania und Thilo Stralkowski. Allein für die hiesigen Hockeyfans wäre es eine Enttäuschung gewesen, wäre es nicht zu einer Spielvorverlegung kommen.
Nun sind aber fast alle Asse dabei. Bis auf Verteidiger Jan Gehlen (Kieferbruch) stehen HTCU-Trainer André Henning alle Spieler zur Verfügung. Auch Stürmer Johannes Schmitz hat eine Erkältung so gut wie auskuriert.
Auch wenn in diesen Tagen ein Spiel nach dem anderen ansteht, blicken die Mülheimer – und wohl auch die Kölner – dem Westschlager voller Vorfreude entgegen. „Es ist eine sehr wichtige und aussagekräftige Begegnung. Unser primäres Ziel ist das Erreichen des Viertelfinals. Aber durch einen Sieg könnten wir auch die Weichen für den ersten Platz in der West-Abschlusstabelle stellen. Der Tabellenerste erwartet im Viertelfinale den Zweiten aus der Gruppe Ost, der Zweite aus dem Westen muss zum Ost-Spitzenreiter fahren. Nicht nur sportlich wäre der erste Platz wichtig, sondern angesichts der weiten Auswärtsfahrt auch finanziell“, sagt André Henning.
Die Uhlenhorster haben mit Blick auf die bisherigen, zum Teil sehr beeindruckenden vier Siege in der laufenden Hallensaison durchaus das Zeug dazu, die Kölner in Gefahr zu bringen. Immerhin kommen sie als Tabellenprimus in die Domstadt. Doch der Uhlen-Coach weiß, wie schwer diese Aufgabe ist. Hening: „Ich kann mich gar nicht an einen Uhlenhorster Sieg in der Kölner Halle erinnern. Der Boden dort ist sehr schnell, die Halle eng. Das ist dort für Auswärtsmannschaften ein ganz schweres und heißes Pflaster.“
Einen kleinen Nachteil sieht der Uhlenhorster Trainer darin, dass seine Mannschaft wochentags auswärts antreten muss. „Erst müssen wir uns durch den Berufsverkehr quälen und dann so schnell wie möglich wieder online gehen. Das ist körperlich und mental nicht ganz leicht. Die hohe Belastung aufgrund der vielen Spiele in wenigen Tagen haben beide Mannschaften. Da hat kein Team einen Vor- oder einen Nachteil“, sagt Henning zur „englischen Woche“.
derwesten.de – Marcus Lemke
Fest im vollen Haus
13:4-Derbysieg vor 1.500 Zuschauern

Volle Hütte in der RWE-Halle. Tobias Matania, Jan Philipp Rabente und Jan Fleckhaus (v. li.) verteidigt Thorben Pegel (Fotos: Christian Windfeder).
Hockey-Mülheim hat an diesem unvergesslichen Freitagabend mobil gemacht. 1.500 Zuschauer in der RWE-Sporthalle bildeten den spektakulären Rahmen für das Derby zwischen Gastgeber Kahlenberger HTC und dem Nachbarn HTC Uhlenhorst, auf das die Fans jahrzehntelang warten musste. Der Aufsteiger von der Mintarder Straße wehrte sich lange mit unerschütterlicher Leidenschaft, schließlich setzte sich aber die Klasse der Uhlen durch, die letztendlich dank der Genialität ihres Kunstschützen Thilo Stralkowski einsam ihren Weg zum 13:4-Kantersieg gingen.
Karneval in Mülheim an diesem Freitagabend der großen Emotionen. Nicht die Jecken schwangen das Zepter, sondern die Protagonisten in Blau und Grün ihre Schläger. Gänsehautstimmung kam schon auf, als die Spieler im Scheinwerferschein nacheinander die Halle betraten. Den lauteren Applaus gab es für die Gastgeber, natürlich, denn der KHTC-Anhang war beim lokalen Gipfeltreffen in der Überzahl. Bestnoten in Sachen Lautstärke verdienten sich Spielertrainer Tim Leusmann und das Kahlenberger Urgestein „Mecki“ Mecklenbeck.
Das Match nahm direkt Fahrt auf und begann mit einem Paukenschlag, als Stefan Drewitz den Außenseiter in Führung brachte, zuvor hatte HTCU-Torwart Felix Reuß den Schuss von Thorben Pegel noch abgewehrt. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Nationalstürmer Thilo Stralkowski glich aus und stieg gleichzeitig in eine unaufhaltsame One-Man-Show ein.

Auf dem Weg zum Lupfer: Christopher Rühr traf dreimal (Foto: Windfeder).
Die Auswahl von Tim Leusmann blieb auch nach dem Rückstand durch Johannes Schmitz in der Spur. Mit viel Körpereinsatz verrichtete sie ihre Arbeit und provozierte mit offensiver Gangart Uhlenhorster Ballverluste. Der von Tobias Matania führte zum Ausgleich durch Philip Hüsgen. Auch nach der neuerlichen Führung in Person von Stralkowski kamen die Uhlen nicht richtig auf Touren. Trainer André Henning nahm eine Auszeit, die prompt Wirkung zeigte: 4:2 durch den jungen Christopher Rühr.
Im den Schlussminuten der ersten Halbzeit verpassten die Kahlenberger bei zwei Ecken (bei der zweiten hatte Leusmann beim Pfostentreffer viel Pech) die möglich Annäherung, ausgerechnet nach einem Fehler des nimmermüden Leusmann stockte sein ehemaliger Mitspieler Stralkowski auf 5:2. Im Tollhaus RWE-Sporthalle roch es nach der Vorentscheidung.
Doch das heilige Kahlenberger Versprechen, nicht aufzugeben und um jeden Zentimeter zu kämpfen, sorgte noch einmal für Spannung. Hüsgen mit einer Ecke und Philipp Rohrbach per Siebenmeter sorgten innerhalb einer Minute dafür, dass der Klassenneuling dem Favoriten wieder ganz dich im Nacken saß.

Thilo Stralkowski überragte mit acht Toren (Foto: Windfeder).
Ab der 40. Minute herrschten auf dem Parkett aber klare Verhältnisse. Beim KHTC schwanden die Kräfte, zwei Zeitstrafen brachten zusätzliches Ungemach. Die Uhlenhorster zogen ihrerseits in eindrucksvoller Manier Tor um Tor davon. Stralkowski (wer sonst!) setzte den Schlusspunkt. Dass die KHTC-Fans bis zum Ende auf ihrer Tribüne standen und klatschten, verlieh diesem Hockeyfest eine zusätzliche und unvergessliche Note.
derwesten.de – Gerd Böttner
Am heutigen Samstag steigt bereits das nächste Bundesliga-Spiel. Um 17 Uhr ist der Düsseldorfer HC zu Gast in der Harbecke Halle.
