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Herren wollen ins DM-Finale
MIT ZWEI SIEGEN IN KÖLN GEHT ES INS ENDSPIEL – PARTIE AM SONNTAG FINDET IN JEDEM FALL STATT
Nein, die Niederlage am vergangenen Samstag hat niemanden entmutigt. Im Gegenteil: Die Herren des HTC Uhlenhorst gehen mit einer großen Portion Selbstvertrauen ins DM-Halbfinal-Rückspiel. Am Samstag (17 Uhr) gastieren die Uhlen bei Rot-Weiss Köln und sind gewillt den Titelverteidiger mit zwei Siegen aus dem Meister-Rennen zu kegeln und selbst ins Finale um die Deutsche Meisterschaft einzuziehen. Das Spiel am Sonntag (14 Uhr) findet auf jeden Fall statt (siehe Meldung zum Protest unten).
Lange Zeit hatten die Uhlen das Hinspiel dominiert und standen kurz vor der großen Überraschung. Doch die Kölner drehten die Partie in der Schlussphase und führen nun in der Best-of-three-Serie. Zwei Siege in der Domstadt hält allerdings niemand mehr für unmöglich.
Die Stimmen zum Spiel
HTCU-Trainer André Henning: „Wir waren öfter im gegnerischen Kreis, hatten mehr Chancen, mehr Ecken. Uns wurden sogar zwei absolut reguläre Treffer nicht anerkannt. Das zeigt, dass wir die bessere Mannschaft waren, obwohl wir keinesfalls unser Potenzial voll ausgeschöpft haben. In der Mannschaft steckt noch viel mehr. Wenn wir das am Wochenende abrufen, können wir auch zweimal in Köln gewinnen. Wir sind über das Kollektiv und die Breite auf Augenhöhe mit den Kölnern, die natürlich weiterhin einige tolle Einzelkönner in ihren Reihen haben. Aber über unsere Teamdefense haben wir schon im Hinspiel wenig zugelassen. Der Faktor Auswärtsspiel ist für uns total uninteressant. Wir sind gerade in Spitzenspielen gegen Top-Gegner auswärts meist noch gefährlicher. Aber das wird aufgrund unseres großartigen Anhangs ohnehin wieder ein Heimspiel für uns – wie immer in Köln.“
RWK-Spieler Tibor Weißenborn: „Das erste Spiel am vergangenen Wochenende war verdammt knapp, aber da waren auch die Voraussetzungen nicht gut. Wir hatten viele Spieler bei DHB-Lehrgängen, Christopher Zeller kam verletzt davon zurück. Daher hatten wir schon damit gerechnet, dass es ein ganz enges Spiel geben könnte.
Jetzt sieht es ein wenig besser aus: Wir spielen zu Hause, Chrissi Zeller ist wieder mit an Bord. Das gibt noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen, als wir ohnehin schon haben. Es ist ein gutes Gefühl, vor den eigenen Fans mit einem 1:0-Vorsprung in der Serie anzutreten. Wir hoffen, dass wir den Finaleinzug schon am Samstag klar machen können.
Mülheim ist ein durchaus unangenehmer Gegner, gegen den es für uns zuletzt aber irgendwie immer zu einem Sieg gereicht hat. Deren Stärke ist, dass sie eine unfassbare Breite im Kader haben. Die haben sehr gutes Bundesliga-Niveau auf nahezu allen Positionen. Allerdings fehlt vielleicht der absolute Spitzenspieler, der den Unterschied ausmacht. Thilo Stralkowski hat das Potenzial dafür, trifft aber bei uns natürlich auf Spieler, die dieses Attribut auch erfüllen.”
HTCU LEGT PROTEST GEGEN HALBFINALWERTUNG EIN
Der HTC Uhlenhorst hat Einspruch gegen die Wertung des DM-Halbfinalspiels der Herren am vergangenen Samstag zwischen dem HTCU und Rot-Weiss Köln eingelegt. Grund ist ein möglicher Regelverstoß der Kölner beim Penalty-Schießen, der vom Schiedsrichter jedoch nicht geahndet wurde. Der HTC Uhlenhorst legte dies nun dem „Zentralen Ausschuss“ der Bundesliga vor. Dieses dreiköpfige Gremium muss nun darüber entscheiden, ob es ein Wiederholdungsspiel gibt. Es bleibt jedoch dabei, dass das Spiel am Samstag (17 Uhr) in Köln stattfindet.
Vorsorglich wurde das Spiel für Sonntag (14 Uhr) nun definitiv angesetzt, unabhängig vom Ausgang der Samstagspartie. Sollten die Mülheimer also am Samstag verlieren, wird dennoch am Sonntag gespielt. Diese Begegnung bekäme allerdings nur Relevanz, wenn dem Einspruch stattgegeben wird. Mannschaft und Trainer wollen sich ungeachtet dessen allerdings nur aufs Sportliche konzentrieren: „Wir fokussieren uns voll und ganz auf unseren Job am Samstag und wollen beide Spiele am Wochenende gewinnen, dann bleiben keine Diskussionen“, so Trainer Henning.
Heißer Tanz in der Festung Waldstadion
AM SAMSTAG (16 UHR) STEIGT ZUM ERSTEN MAL SEIT 14 JAHREN EIN DM-HALBFINALE DER HERREN IN MÜLHEIM – RW KÖLN ZU GAST
14 Jahre ist es nun her: 1996 fand zum letzten Mal ein Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im Mülheimer Waldstadion statt. Am Samstag ist es endlich wieder so weit. Das Schicksal bescherte dem „neuen HTC Uhlenhorst“ gleich den erhofften Kracher. Gegner am Samstag (Anstoß 16 Uhr) ist Rot-Weiss Köln, der amtierende Feldmeister, der mit acht Olympiasiegern antritt. Es ist das erste von maximal drei Play-Off-Duellen, die Rückspiele finden eine Woche später in der Domstadt statt.
Die Uhlen versuchen nun alles, um aus dem Waldstadion eine Festung zu machen. „Wir brauchen die Fans, wir brauchen sie lautstark in unserem Rücken, dann bereiten wir den Kölnern hier einen heißen Tanz“, so Trainer André Henning. In den letzten zwölf Monaten haben die Mülheimer nur ein einziges Pflichtspiel daheim verloren (im September gegen Berlin) und siebenmal gewonnen. Der Spielplan wollte es so: Die Kölner, die seit zwei Jahren mit diesem Starensemble in der 1. Bundesliga mitwirken, haben noch kein einziges Erstliga-Duell im Waldstadion ausgetragen. Doch scheinbar ahnen sie, was auf sie zukommt. „Das wird wohl das schwierigste Auswärtsspiel der Saison“, mutmaßt Kölns Co-Trainer Wolfgang Kluth.
Die Stimmen der Trainer vor dem Play-Off-Halbfinale:
HTCU-Coach André Henning: „Köln ist auf dem Papier der Favorit. Sie haben mehr Einzelspieler auf sehr hohem Niveau, insgesamt acht Olympiasieger. Wir haben allerdings 16 sehr gute Spieler, bei uns gibt es keinen Leistungsabfall. Wir sind ein echtes Team. Wenn wir eine Chance haben, diese Serie für uns zu entscheiden, dann durch einen Sieg im Heimspiel. Die Fans werden entsprechend ein wichtiger Faktor. Wir haben keinerlei Druck, jeder Zuschauer kann uns pushen.
Wir werden den Stars, Weltmeistern, Olympiasiegern und vor allem unseren Fans und unserem Club zeigen, was Hockey mit Herz ausmacht. Vielleicht können die Kölner einen Tick besser Hockey spielen, aber wir werden uns als Team mit großem Kämpferherz dagegen auflehnen. Was wir in jedem Fall liefern können, ist ein heißer Tanz im Waldstadion, der uns allen richtig Spaß machen wird. Und dann wird man merken, dass auch wir mehr als ordentlich Hockey spielen können. Wir hatten eine super Vorbereitung, spielen eine starke Saison. Wenn wir unsere Stärken abrufen, gewinnen wir. Mein Team ist auf dem richtigen Weg.“
RWK-Co-Trainer Wolfgang Kluth: „Die beiden Mannschaften kennen sich sehr gut. Wir haben in den letzten Wochen mehrfach Trainingsspiele gegen Mülheim absolviert. Die haben wir in der Mehrzahl zwar für uns entschieden, aber man hat auch gesehen, dass es mitunter ganz knapp werden kann. Mülheim ist eine ganz schwer zu spielende Mannschaft mit einem ganz starken, sehr tiefen Kader. Aber welche Mannschaft ist im Meisterrunden-Halbfinale nicht stark? Aber in Mülheim, das ist das vielleicht schwerste Auswärtsspiel überhaupt. Wir wissen, dass wir eine Top-Leistung abrufen und hochkonzentriert ins Spiel gehen müssen.
Wichtig wird sein, dass wir gut ins Spiel kommen, nicht früh in Rückstand geraten. Dann ist Mülheim eine Mannschaft, die auch mal über sich hinaus wachsen kann. Unsere Formkurve zeigt aber zum richtigen Zeitpunkt nach oben. Und daher sind wir auch zuversichtlich, auch auswärts gewinnen zu können. Wir freuen uns natürlich, dass wir im Meisterschaftshalbfinale ein West-Derby haben. Das bedeutet wenig Reisestrapazen und hoffentlich viele Fans an den Plätzen.“
FAN-INFOS ZUM HEIMSPIEL:
Es wird keinen Vorverkauf geben. Allerdings werden am Samstag zwei Kassen geöffnet. Wir rechnen mit vielen Zuschauern, entsprechend bitten wir um eine rechtzeitige Anreise, da das Parkplatzkontingent beschränkt ist. Da sich an den Kassen erneut – wie gegen Krefeld – besonders kurz vor Spielbeginn lange Schlangen bilden könnten, wird empfohlen mindestens 30 Minuten vor dem Anstoß, also spätestens um 15.30 Uhr, im Waldstadion zu sein. Dann bleibt auch noch Zeit für ein Getränk sowie einen Snack vom Grill.

